Würzburg | Beitrag der Redaktion | 13. Januar 2023
WER IST EIGENTLICH FRAU HUEGEL

INTERVIEW MIT FRAU HUEGEL INHABERIN CHRISTINE BAUSENWEIN

Christine Bausewein begrüßt uns gut gelaunt in ihrem Laden „Frau Huegel“ neben der Marienkapelle, den sie nun schon erfolgreich seit fast zehn Jahren führt. Sie zeigt uns, wo wir es uns gemütlich machen können, und sprudelt direkt los. So bekommen wir gleich einen Eindruck, wie die alleinerziehende Mama von zwei Kindern Job, Familie und Freizeit unter einen Hut bekommt: mit viel Energie und guter Laune. Und im Gespräch erfahren wir noch so viel mehr über die Frau, die hinter Frau Huegel steckt.

Liebe Chrissy, wie kamst du zu der Idee, deinen eigenen Laden zu eröffnen?

Ich habe meine Abschlussarbeit im Studium (Wirtschaftswissenschaften) über ein Ladenkonzept geschrieben. Allerdings habe ich auf diese Arbeit eine 2,7 bekommen, was echt schlecht und enttäuschend für mich war. Aber dann dachte ich: „Ihr könnt mich mal, ich mache es trotzdem!“ Zwei Monate später habe ich den Laden ohne jegliche Erfahrung eröffnet. Mein Motto war „learning by doing“ und letztendlich hatte mein Bauchgefühl recht. Ich bin davon überzeugt: Wenn man etwas gerne macht, kämpft man gerne dafür und der Rest kommt von allein.

Warum der Name „Frau Huegel“?

Das ist mein Mädchenname. Mein Mann sagte damals, er heiratet mich nicht, wenn ich nicht seinen Namen annehme. Weil ich unbedingt den Namen „Hügel“ behalten wollte, habe ich also den Laden so getauft.

Was feierst du daran, einen eigenen Laden zu haben?

Eigentlich alles. Ich mache meinen Job wirklich gerne, auch wenn es natürlich manchmal stressig oder herausfordernd ist, wie zum Beispiel während des Corona-Lockdowns. Ich habe es nie bereut. Durch die Selbstständigkeit an sich kann ich mir meine Zeit ja auch frei einteilen. Ich kann beispielsweise mittags aufhören zu arbeiten, meine Jungs von der Schule abholen und dann abends weiterarbeiten, wenn sie schlafen. Außerdem habe ich ein großartiges, fleißiges Team, das mich unterstützt.

Was ist dein Antrieb?

Dass es mir super viel Spaß macht. Jeden Tag denke ich „Okay, was steht an?“ und freue mich darauf. Und ich glaube, wenn man etwas gerne macht, dann ist alles andere nebensächlich. Wenn ich sehe, wie glücklich die Menschen in meinem Laden sind und sie mir hinterher noch schreiben, wie gerne sie bei mir einkaufen, macht mich das natürlich auch glücklich.

Wie schaffst du es deine Rollen als Mutter, Inhaberin einer Boutique und Chefin unter einen Hut zu kriegen?

Ganz ehrlich: Manchmal liege ich um 19 Uhr mit den Jungs im Bett und schlafe. Während des Corona-Lockdowns waren die Kinder nicht in der Betreuung, sondern hier im Laden. Ich war also wortwörtlich gleichzeitig Inhaberin und Mutter. Das war natürlich eine Herausforderung. Aber ich bin daran gewachsen. Ich denke mir: Komme, was wolle – was kann schon passieren? Sicherlich wachsen die Jungs auch ein bisschen anders auf als andere Kinder. Sie machen hier im Laden Hausaufgaben und Spaß mit meinen Mitarbeiterinnen, verstecken Botschaften in den Paketen und gehen mit mir Mittagessen. Meine Jungs wissen, dass die Mama arbeiten muss, aber sie helfen auch gerne mit.

Was liebst du an Mode?

Durch Mode kann man sich sehr gut ausdrücken. Seit ich Mama bin, entscheide ich eher danach, wie praktisch mein Outfit für das ist, was ich am Tag vorhabe. Manchmal bin ich auch einfach in Leggings und oversized Hoodie im Laden. Es gibt ja auch praktische Outfits, die gut aussehen. Das Wichtigste ist sowieso, dass man sich wohlfühlt. Das Gute an Mode ist: Wenn du morgens aufstehst und dich so schön machst, wie du dich wohlfühlst, gehört der Tag dir.

Was ist dein Tipp, um den eigenen Stil zu finden?

Viel ausprobieren, nicht auf die Meinung anderer hören, sich Inspiration holen und dann schauen, worin man sich wohlfühlt. Wenn man keine Lust hat, einen Trend mitzumachen, ist das auch in Ordnung. Natürlich ist es cool, wenn man ein mutiges, trendiges Teil mit Wohlfühlteilen kombiniert. Aber die Hauptsache ist, man fühlt sich wohl.

Wie suchst du die Klamotten aus, die du in deinem Laden verkaufst?

Am Anfang wollte ich einfach das kaufen, was mir selbst gefällt. Dann habe ich aber gelernt, dass man sich breiter aufstellen muss. Jetzt frage ich meine Mitarbeiterinnen und auch unsere Kundinnen über Instagram, auf was sie Lust hätten. Mittlerweile haben wir auch für jede Größe etwas. Wenn eine Kundin reinkommt und meint, in ihrer Größe nichts zu finden, sage ich oft, dass sie einfach mal was probieren soll. Häufig höre ich dann: „Krass, ich habe gar nicht gedacht, dass mir das steht und ich mich wohl darin fühle.“ Größen werden heute relativ willkürlich festgelegt, deshalb sollte man immer danach gehen, worin man sich wohlfühlt.

Welches ist dein liebster Modetrend 2023?

Ich glaube, dass Musselin dieses Jahr weiterhin gut läuft. Eine Boyfriend-Bluse aus Musselin, ein Top darunter und Shorts ist ein super Outfit im Sommer. Oversized und die Kombi aus Business und Casual werden auch weiterhin Trends sein. Dass man mit denselben Klamotten sowohl ins Büro als auch abends weggehen kann, feiern die Leute.

Kommen wir zu ein paar persönlichen Fragen: Bist du eher Gefühls- oder Kopfmensch?

Auf jeden Fall Gefühls- und überhaupt nicht Kopfmensch.

Lieber overdressed oder underdressed?

Immer underdressed. Ich finde es furchtbar, mich irgendwo overdressed zu fühlen.

Action oder Entspannung?

Definitiv Entspannung. In meiner Freizeit bin ich echt gerne faul, gönne mir meine Me-Time, wenn es passt, und lese zum Beispiel. Oder ich gehe essen. Das ist das Gute daran, dass ich selbstständig bin und mitten in der Stadt arbeite. So kann ich mir mittags spontan zwei Stunden freinehmen für ein Mittagessen mit Freunden und danach weiterarbeiten.

Frühaufsteherin oder Langschläferin?

Frühaufsteherin. Das hat sich so entwickelt mit meinen Kindern. Manchmal stehe ich schon um fünf Uhr auf, um vor ihnen wach zu sein, in Ruhe meinen Kaffee zu trinken und meinen Tag zu planen. Deshalb bin ich abends auch so müde.

Hast du ein persönliches Vorbild?

Meine Mama und mein Papa. Ich habe so tolle Eltern, die mich bei allem unterstützen und mir wirklich alles ermöglicht haben. Jetzt, wo ich selbst Mama bin, weiß ich, dass meine Eltern wirklich hart dafür gekämpft haben, dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Meine Eltern stehen wie zwei Bäume hinter mir und sind immer für mich da.

Stadt oder Natur?

Meistens Stadt.

Apropos Stadt: Warum Würzburg?

Ich bin wegen meinem Mann nach Würzburg gezogen und habe hier fertig studiert. Seitdem lebe ich hier.

Welcher ist dein absoluter Lieblingsort in Würzburg?

Natürlich Frau Huegel. Aber die Festung finde ich auch ganz cool. Ich wohne in der Nähe und gehe gerne mal abends mit meinen Kindern und Taschenlampen hoch oder auch mal allein mit Freunden.

Was empfiehlst du allen, die Würzburg noch nicht gut kennen?

Ich finde die Alte Mainbrücke echt schön und mag die kleinen Cafés und auch die anderen kleinen Läden. Gott sei Dank haben wir hier noch viele Inhaber geführte Läden, wo das Einkaufen Spaß macht. Allgemein finde ich, dass man in Würzburg einen schönen Tag verbringen kann. Bestimmte Hotspots habe ich nicht, aber ich glaube, dass Würzburg an sich ein Hotspot ist.

Danke dir für das schöne Gespräch, liebe Christine! 

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