Manchmal reicht schon ein Teller Pasta oder ein Espresso im Stehen, um sich für einen Moment nach Italien zu beamen. Und das Beste: Dafür müsst ihr gar nicht weit reisen. Wir haben uns für euch durch Würzburgs italienische Küche geschlemmt – von traditioneller Trattoria-Atmosphäre über frisch belegte Panini bis hin zu Kaffee, der nach echtem Italien schmeckt. Hier kommen unsere drei Favoriten für ein bisschen La Dolce Vita mitten in Unterfranken.
1. Bei Peppino – Tradition, die man schmeckt
Bei Peppino ist einer dieser Orte, an denen ihr sofort merkt: Hier steckt Geschichte drin. Gegründet hat das Restaurant der Großvater der Familie Di Camillo – damals noch 1982 direkt am Ufer, wo sich heute das Nonna tradizionale befindet. Später zog das Peppino in die Nähe des Deutschhaus-Gymnasiums am Zeller Berg, doch weil dort ein Außenbereich fehlte, war der Standort schon bald wieder Geschichte. Seit 2003 hat das Peppino nun sein heutiges Zuhause gefunden.
Was uns besonders beeindruckt hat: Viele Gerichte stehen schon seit der Eröffnung auf der Karte. Das Carpaccio zum Beispiel wird bis heute ganz klassisch ohne Rucola serviert, und der Insalata con Amore ist nach wie vor ein Dauerbrenner. Wir haben uns für die Cannelloni entschieden – das meistverkaufte Nudelgericht des Hauses – und ehrlich gesagt: Die waren einfach soooo lecker. Cremig, herzhaft, genau richtig.



Eine echte Besonderheit sind außerdem die Pizzen. Als das Peppino eröffnet wurde, war Pizza noch eher unbekannt in Deutschland und ein kleiner Luxus, den sich nicht jeder leisten konnte. Deshalb entwickelte die Familie ein eigenes Konzept: dünner Teig, dünner Rand, dafür Belag bis zum letzten Zentimeter. Diese Pizza gibt es bis heute – und sie zählt zu den beliebtesten Gerichten im Restaurant.
Zum Abschluss darf natürlich das Tiramisu nicht fehlen, zubereitet nach einem traditionellen Rezept aus Mascarpone, Ei, Amaretto und Kaffee – ganz ohne Sahne. Ein Grund, warum das Peppino seit Jahrzehnten so beliebt ist: Seit 45 Jahren steht mit Werner derselbe Koch am Herd. Viele Stammgäste kommen deshalb immer wieder – weil das Essen heute noch genauso schmeckt wie damals. Übrigens: Früher gehörte auch die Capri Blaue Grotte zum selben Besitzer wie das Peppino und mit ihm kam damals auch die Pizza nach Würzburg.
2. Panino Pardo – Frisch belegt, mit Herz gemacht
Wer auf der Suche nach einem richtig guten Panini ist, landet früher oder später bei Panino Pardo in der Bronnbachergasse. Chef Alessandro backt das Brot komplett selbst, und auch sonst kommen bei den Panini nur die besten, frischesten Zutaten zum Einsatz. Neben festen Klassikern gibt es regelmäßig wechselnde Kreationen, sodass es sich immer wieder lohnt, vorbeizuschauen und Neues zu probieren. Die Auswahl ist dabei richtig groß: Es gibt Panini mit Fleisch und Wurst, aber genauso welche mit Fisch, veggie oder komplett vegan. Jedes Panini gibt es außerdem in normaler oder großer Größe.
Wir haben uns für das Pomodoro e Mozzarella sowie das Verdura e Pesto mit Grillgemüse entschieden – beide ultra lecker und wirklich wie in Italien. Dazu gab’s die wohl leckersten italienischen Limonaden, die wir seit Langem hatten: Oransoda und Lemonsoda, spritzig, fruchtig und einfach der perfekte Begleiter zum Panini.



Beim Käse setzt Panino Pardo auf Galbani, die Nummer 1 unter Italiens Käsesorten – ein kleines Detail, das den Unterschied macht und für einen wirklich authentischen Geschmack sorgt.
Besonders schön fanden wir die Geschichte dahinter: Chef Alessandro ist halb Sizilianer und in einer Nudelfabrik aufgewachsen. Die Gastronomie war also quasi sein Kinderzimmer. Über seine Familie kam er früh mit gutem Essen in Berührung, machte später eine Kochausbildung und sammelte zusätzlich Erfahrung in Konditoreien und Backstuben. All dieses Wissen fließt heute in seinen eigenen Laden.
Wer eine Feier plant, kann sich übrigens freuen: Pardo Panini bietet individuelle Platten und Catering für Geburtstage, Feste oder Abschiedsfeiern an – einfach im Laden vorbeischauen oder über Instagram melden. Der Besitzer, der ursprünglich aus Kitzingen kommt, war bei unserem Besuch super lieb. Er hat uns sogar ein Tiramisu geschenkt, was bei der Hitze an dem Tag genau richtig kam – und einfach richtig gut war.
3. Café Al Sole – Ein Stück Dolce Vita zum Kaffee
Für alle, die es an einem heißen Nachmittag lieber gemütlich mögen, ist das Al Sole genau der richtige Ort. Das Café verbindet süße Leckereien und hausgemachten Kuchen mit herzhaften Snacks – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die ganze Atmosphäre erinnert an die klassischen Cafés in Italien: entspannt, herzlich, ein bisschen Dolce Vita mitten in Würzburg.
Hinter dem Café steckt Inhaber Arsen Mahmutaj, der das Al Sole erst vor Kurzem eröffnet hat – allerdings mit ordentlich Vorlauf. Ganze zehn Monate hat er in den Umbau gesteckt, bevor die Türen endlich aufgingen. Diese Geduld hat sich gelohnt: Heute erstrahlt das Café in völlig neuem Glanz, mit einem Interieur, das sofort ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen lässt. Man merkt an jeder Ecke, wie viel Herzblut in die Details geflossen ist – von der Einrichtung bis zur Auswahl der Produkte.



Für den Kaffee kommen Illy-Bohnen zum Einsatz, bekannt für ihre Qualität und ihren typisch italienischen Geschmack. Wir haben uns einen Smoothie mit Dragonfruit und einen veganen Cappuccino gegönnt, dazu ein Panini mit Tomaten sowie ein paar gefüllte süße Leckereien und ein Stück Kuchen. Ehrlich gesagt: Bei der Auswahl fällt die Entscheidung schwer, am besten teilt ihr euch einfach mehrere Sachen und probiert euch quer durch die Vitrine.
Viele Produkte werden direkt aus Italien geliefert, damit das Geschmackserlebnis so authentisch wie möglich bleibt. Egal ob süß oder herzhaft, klein oder groß – hier merkt man in jedem Bissen, dass Qualität und Herkunft der Zutaten Arsen Mahmutaj besonders wichtig sind. Genau diese Sorgfalt, gepaart mit der freundlichen Atmosphäre, macht das Al Sole zum perfekten Ort für einen guten Kaffee, einen Spritz und eine kleine Auszeit zwischendurch – ob allein mit einem Buch, zu zweit auf einen Plausch oder mit der ganzen Truppe an einem sonnigen Nachmittag.
Fazit: Würzburg kann Italien
Ob traditionelle Trattoria, frisches Panini oder Kaffeepause mit Illy-Bohnen – Würzburg hat einiges zu bieten, wenn es um authentische italienische Vibes geht. Wir jedenfalls sind mit vollem Bauch und noch mehr guter Laune aus unserem kulinarischen Streifzug zurückgekommen. Also schnappt euch eure Liebsten, zieht los und lasst es euch schmecken – buon appetito!


