Wir haben uns durch Würzburgs schönste Ausblick-Restaurants gegessen. Spoiler: Der Hunger ist gestillt, das Herz auch.
Würzburg sieht man am besten von oben. Wenn der Blick über die Weinberge, den Main und die Festung Marienberg schweift, weißt du sofort, warum du hier wohnst (oder warum du dringend wieder her musst). Wir haben uns auf die Suche nach den Restaurants gemacht, die beides können: außergewöhnlich gut kochen und einen Ausblick servieren, der sprachlos macht. Herausgekommen sind vier sehr unterschiedliche Orte – jeder auf seine Art unvergesslich. Schnappt euch jemanden, den ihr beeindrucken wollt, und los geht’s.
- Schützenhof – Fränkische Klassik über den Dächern
- Zeit am Stein – Neueröffnung mit Sterneküchen-Anspruch
- Schlosshotel Steinburg – Panorama auf Schloss-Niveau
- Nonna Tradizionale – La dolce vita direkt am Main
Schützenhof – Fränkische Klassik über den Dächern
Wenn Würzburg eine Institution hätte, die man unbedingt kennen muss, wäre es der Schützenhof. Oben auf dem Nikolausberg, umrahmt von alten Kastanien und mit einer Terrasse, die bis zu 300 Gäste fasst – hier öffnet sich der Blick weit über die Stadt und das Maintal. Das ist kein gewöhnlicher Restaurantbesuch, das ist ein Ereignis.
Schon der Weg dorthin stimmt ein: Man lässt den Alltag unten, und oben empfängt einen das echte fränkische Gastgasthaus-Feeling, das Familie Berndt seit Jahrzehnten pflegt. Das Konzept ist klar: regional, saisonal, ehrlich. Gemüse und Fleisch kommen aus dem Großraum Würzburg, und das schmeckt man.
Gerade jetzt, in der Spargelzeit, beweist der Schützenhof, wie viel man mit einem einzigen saisonalen Produkt anstellen kann. Der Spargel kommt vom Spargelhof Pretscher aus Unterspießheim – bissfest gegart, nicht weich-gekocht – und taucht auf der Karte in so vielen Variationen auf, dass man am liebsten mehrere Gerichte gleichzeitig bestellen würde.




Was wir gegessen & getrunken haben
- Gegrillter grüner Spargel mit Tomaten-Mandelpesto, gebratenen Drillingen, marinierten Wildkräutern, Cocktailtomaten und Parmesan – das absolute Signature Dish dieser Saison (und vegan erhältlich)
- Spargelpasta mit weißem & grünem Spargelgemüse, geschmorten Cocktailtomaten und Lachsfiletstreifen
- Fränkischer Spargel klassisch: braune Butter, holländische Soße, Salzkartoffeln – dazu ein kleines Schweineschnitzel
- Erdbeerwein sowie Maracuja- und Rhabarberspritz – der ideale Begleiter für einen langen Sommerabend unter Kastanien (und übrigens auch als alkoholfreier Spritz möglich)
Besonders der gegrillte grüne Spargel mit Tomaten-Mandelpesto hat uns begeistert – eine leichte, mediterran angehauchte Interpretation, die man so in Würzburg nicht erwartet. Die Spargelkarte läuft noch bis Mitte/Ende Juni, also beeilt euch! Und wer Anfang Mai dort einkehrt: Am Vatertagswochenende gibt’s Bockbier & BBQ – das klingt nach einem Pflichttermin.
Ende Mai ist der Schützenhof außerdem auf dem Würzburger Weindorf vertreten – wer also nicht den Berg hinaufklettern möchte, kann die Küche auch in der Innenstadt erleben.
Zeit am Stein – Neueröffnung mit Sterneküchen-Anspruch
Dieser Ort ist neu – und er fühlt sich schon jetzt an, als hätte Würzburg lange auf ihn gewartet. Seit April 2026 hat das Restaurant Zeit am Stein auf dem Gelände des legendären Weinguts am Stein eröffnet, und der erste Besuch macht klar: Hier passiert etwas Besonderes.
Der Blick vom Steinberg ist einer der schönsten überhaupt – weit, offen, mit Weinbergen im Vordergrund und der Stadt darunter. Aber es ist die Küche, die wirklich den Unterschied macht. Küchenchef Leon Gabriel Tugui kommt aus der Sterneküche (zuletzt in Nürnberg) und bereitet hier alles selbst zu: nachhaltig, saisonal, vorwiegend biologisch. Die Speisekarte ist kurz und präzise – jedes Gericht sitzt.
Was wir gegessen haben
- Lammnavarin mit Vadouvan, Navetten, Zwiebeln, Karotten, Salzzitronen, Datteln und Pinienkernen – komplex, aromatisch, absolut mitreißend
- Gebratener weißer Spargel mit Pastinakenstampf, brauner Butter, cremiger Sauce und Schnittlauch – Schlichtheit auf höchstem Niveau
- Crumble mit Rhabarberragout, Zimt-Creme und Apfelsorbet – ein Dessert, das man sich merkt




Das Brot kommt von der Bäckerei Düll – ein Zeichen dafür, wie konsequent hier auf Qualität geachtet wird. Besonders sympathisch: Beim Weinausschank schenkt man bewusst 0,1 statt 0,2 Liter aus – damit ihr mehrere Weine probieren könnt, anstatt bei einem zu bleiben. Das ist Gastfreundschaft mit Köpfchen.
Der Name „Zeit am Stein” ist Programm. Zeit ist das Kostbarste, was wir haben – und genau das soll man hier spüren: runterkommen, genießen, ankommen. Wer ein 3-Gang-Menü möchte, ist genauso willkommen wie jemand, der nur eine Jause und ein Glas Wein sucht. Dieser Ort ist für alle gemacht.
Das Restaurant hat donnerstags ab 17 Uhr geöffnet, freitags ab 15 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11:30 Uhr. Eine Reservierung empfehlen wir – der Ausblick spricht sich schnell rum.
Schlosshotel Steinburg – Panorama auf Schloss-Niveau
Es gibt Orte in Würzburg, über die man sagt: „Da muss ich mal hin.” Das Schlosshotel Steinburg ist so ein Ort – und wir können nur bestätigen: Ja, ihr müsst da hin. Hoch über der Stadt thronend, mit einem 360-Grad-Blick auf Würzburg, die Festung Marienberg und das gesamte Maintal, ist allein die Lage schon ein Erlebnis.
Im Sommer ist die Terrasse das Herzstück: Hier speist man unter freiem Himmel mit dem schönsten Würzburg-Panorama, das man sich vorstellen kann. Aber auch das Restaurant selbst überzeugt – mit einer Küche, die zwischen entspannter Bistro-Atmosphäre und gehobenen Genießer-Menüs vermittelt.
Die Bistrokarte gibt’s täglich von 12 bis 17 Uhr sowie montags und dienstags abends von 18 bis 22 Uhr. Wer den vollen Genuss sucht: Mittwoch bis Sonntag abends gibt es das beliebte „Your Choice”-Genießermenü, individuell aus 3 bis 6 Gängen zusammenstellbar – mit begleitender Weinreise oder antialkoholisch. Das ist Würzburgs eleganteste Art, einen Abend zu verbringen.




Was uns aus der Karte begeistert hat
- Vesperplatte mit zweierlei Schinken, dreierlei Käse, Chutney und Trauben – perfekt für einen entspannten Mittag auf der Terrasse
- Ibericorücken mit Zwiebeljus, Pilzen und Semmeltaler – kraftvoll und präzise
- Gebackener Blumenkohl mit Rote Bete und Waldorfsalat – überraschend und leicht
- Steinburg-Torte mit Kaffee zum Abschluss – ein würdiger Schlusspunkt
Übrigens: Wer im Steinburg feiern möchte, ist in allerbesten Händen. Das Haus ist eine der schönsten Eventlocations in der Region – für Hochzeiten, Geburtstage und Konfirmationen ebenso wie für hauseigene Veranstaltungen wie das berühmte Exit oder andere Events. Schaut einfach auf der Website vorbei, was gerade ansteht.
Tipp für Spontane: Das Bistro-Angebot ist auch ohne Reservierung zugänglich. Wer das Genießermenü möchte, sollte jedoch auf jeden Fall vorab reservieren.
Nonna Tradizionale – La dolce vita direkt am Main
Wer sagt, man müsse für echtes Dolce Vita nach Italien fahren, war noch nicht bei Nonna in Würzburg. Seit März 2026 gibt es an der Büttnerstraße – direkt am Ufer des Mains – ein Restaurant, das Würzburg ein ganz anderes Gesicht zeigt: handgemachte Pasta, original italienische Rezepte und ein Blick auf Käppele und Festung, den auch Florenz kaum toppen würde. So sieht das zumindest der Besitzer – und wir verstehen ihn.
Hinter der Nonna Tradizionale stehen Julian Wiener und Vittorio Simonetti, zwei bekannte Gesichter der Würzburger Gastro-Szene, die hier ihre persönlichste Küche kochen. Die Köche sind selbst Italiener, die Rezepte kommen von ihren Nonnas – echten Großmüttern, nicht irgendwelchen Foodbloggern. Im Innenraum, schön urig und authentisch eingerichtet, hängt ein Bild der Urgroßmutter: die echte Nonna eben.
Was auf den Tisch kam
- Eingelegte Oliven mit Brot – simpel und trotzdem sofort stimmungssetzend
- Zeppole fritte con acciughe: frittierte Teigbällchen gefüllt mit Sardellen und Parmesan-Aioli – umwerfend
- Mafaldine ragù di vitello: handgemachte Pasta mit 12 Stunden geschmortem Kalbsragù, Zwiebeljus, Rosmarinöl und Parmigiano – das Gericht des Abends
- Fusillone con zucchine (vegan): Crema aus Zucchini, geröstete Brösel, Zitronenabrieb, Basilikum und Minze – erfrischend und elegant



Wer in einer größeren Runde kommt: Es gibt eine lange Gemeinschaftstafel in einem abgetrennten Bereich, die sich hervorragend für Gruppen eignet und oft explizit angefragt wird. Original italienisches Bier auf der Karte rundet das Erlebnis ab – als säße man irgendwo an einem kleinen Kanal.
Die Terrasse am Main, mit dem Blick auf Festung und Käppele im Abendlicht, ist schlicht unvergesslich. Wenn Würzburg ein Restaurant-Geheimtipp hat, der gerade im Begriff ist, keiner mehr zu sein – dann dieser.
Montags und sonntags bleibt das Nonna geschlossen. Dienstag bis Samstag öffnet sie um 11:30 Uhr. Für Gruppen empfiehlt sich eine Voranmeldung wegen der langen Tafel.
Vier Restaurants, vier Ausblicke, vier völlig unterschiedliche Welten – und alle auf ihre Art ein Grund mehr, Würzburg zu lieben. Ob ihr auf der Suche nach dem klassisch fränkischen Abend unterm Kastanienbaum seid, einem modernen Tasting-Erlebnis mit Weinbergblick, Schloss-Panorama beim Genießer-Menü oder authentischer italienischer Pasta direkt am Main: Diese Stadt hat es. Und wir finden immer wieder neue Lieblingsplätze. Also bleibt dran – wir halten euch auf dem Laufenden. 🥂


